Meine persönliche Story
(1982)
(1983)
(1987)
Ich war damals 9 Jahre alt, als 1984 der Schneider/Amstrad CPC 464 in Deutschland sichtbar wurde und sich der Commodore 64 immer stärker verbreitete. Wahrgenommen habe ich mein erstes Videospiel aber nicht zu Hause – sondern als echtes ArcadeKid: durch einen Automaten in der Imbissbude.
Dort spielten zwei Jugendliche Track & Field. Kein Joystick – stattdessen drei Knöpfe pro Spieler: zwei für “RUN” und einer für “JUMP/THROW”. Und dann kam der Trick: ein Feuerzeug wurde mit irrem Tempo zwischen den RUN-Tasten hin- und herbewegt. Für mich war das pure Magie: Lärm, Publikum, Tempo, Wettbewerb.
Kurz darauf entdeckte ich im damals noch kleinen Bahnhofsgebäude einen Automaten mit der Aufschrift Gauntlet. Beim ersten Versuch wirkte es so, als könnte ich die Figur ohne Münze steuern – bis ich begriff, dass ich gerade ins Demospiel hineinbewegte und Zufall und Timing meine Illusion befeuerten.
Meine erste D-Mark verspielte ich am Automaten Moon Patrol, der am Kaufhofvorplatz neben Fotokabinen stand. Als ungeübter Spieler war die Runde schnell vorbei – aber selbst danach war es spannend, anderen über die Schulter zu gucken (soweit das mit meiner damaligen Größe überhaupt ging). Und die Laufkundschaft? Die lief einfach weiter.
Im gleichen Kaufhaus entstand damals eine gut ausgestattete Computer-Ecke. Da standen die ersten Homecomputer – und wir Kinder belagerten das regelrecht. Stundenlang spielten wir dort u. a. “Line”, eine einfache Snake-Variante.
Mein Lieblingsspiel Wonderboy entdeckte ich an einem Kiosk nahe meiner damaligen Schule. Kurz darauf kam der große Moment: zu Weihnachten bekamen wir mit den Geschwistern den Commodore 64 mit Datasette. Zuerst war’s langsam und zickig – später kam überraschend ein Floppy-Laufwerk dazu. Und dann brachte mein Vater eine volle Diskettenbox mit nach Hause. Plötzlich waren da Welten: Wonderboy, Boulder Dash, Donkey Kong – Arcade-Gefühl im Wohnzimmer, unbegrenzt.
Mit der Zeit wollten wir mehr: BASIC lernen, Listings tippen, Fehler suchen, besser werden. Irgendwann löste der Amiga 500 den C64 ab – und später kamen andere Interessen. Aber das Arcade-Feeling blieb: dieses “nur noch eine Runde”, dieses Staunen, wenn Technik plötzlich wie Zauberei wirkt.
Wo früher der kleine Bahnhof mit Gauntlet-Automat stand, stehen heute ein ICE-Bahnhof in moderner Umgebung, 7.1 Surround Kino. Smartphones in jeder Hand, Streaming-Games und Online-Matches. Und trotzdem: Das Herzstück ist gleich geblieben – Spielspaß, Challenge, Community. Genau das macht “ArcadeKids” zeitlos. DU bist auch ein Arcade-Kid? Dann trage das ein - ins Gästebuch. Ich freue mich...
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